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Vom Anzuge - Formierung und Gebrauch 3. Glied - Hautboisten und Spielleute  

Instruktion für die Niederschlesischen Inspektion 1803

 

Eine interessante Instruktion des Fürsten Hohenlohe vom 30. März 1803 beschreibt in einigen Kapiteln die Uniformierung sowie taktische Regeln für die Regimenter der Niederschlesischen Inspektion. Oliver Schmidt hat diese Instruktion im Rahmen von Recherchen in Archiven transkribiert und anhand neuerer Literatur aufbereitet. Im Folgenden werden einige Ausschnitte aus der Instruktion veröffentlicht.

Um dem Leser einen Überblick der in der Instruktion betroffenen Einheiten zu geben, wird in der hier beigefügte Tabelle die Zusammensetzung dieser preußischen Inspektion für 1806 geliefert.

Niederschlesische Inspektion 1806

Grenadier-Bataillon Stosch

Grenadier-Bataillon Hahn

Regiment Fürst von Hohenlohe [IR 32]

Regiment vac. Grevenitz [IR 57)

Regiment Treuenfels [IR 29]

Regiment Strachwitz [IR 43]

Regiment Schimonsky [IR 40]

Füsilier-Bataillon Pelet, Nieder-Schlesische Füsilier-Brigade

Füsilier-Bataillon Rühle, Nieder-Schlesische Füsilier-Brigade
Füsilier-Bataillon Rabenau, Nieder-Schlesische Füsilier-Brigade
Füsilier-Bataillon Erichsen, Ober-Schlesische Füsilier-Brigade
Füsilier-Bataillon Rosen, Ober-Schlesische Füsilier-Brigade
Füsilier-Bataillon Boguslawsky, Ober-Schlesische Füsilier-Brigade

Iter Abschnitt - Vom Anzuge

Da jetzt für alle Mondirungs-Stücke gleichmäßige Proben gegeben worden sind; so müßen solche auch pünctlich danach gemacht werden, und es folgen daher hier nur die Bestimmungen, wie solche angezogen werden sollen, und was sonst noch dabei zu bemerken ist.

§. 1.
Die Schue müßen im ganzen Regiment vorn, von egaler Breite seyn, und es muß nicht nachgegeben werden, daß einige Leute sogenannte durchgenähte Schue im Dienst anziehen weil das im Gliede einen Uebelstand macht.

§. 2
Die Stiefeletten werden so gemacht, daß, wenn der Soldat das Knie bieget, sie mit dem obern Stande [sic, Rande ?] der Kniescheibe gleich hoch sitzen. Der Umschlag muß mit 3 Knöpfen versehen seyn. Damit der Uebelstand nicht entstehe, daß die Knöpfe sich nach dem Schienbein herumschieben, muß der Theil der Stieflette, an welchem die Knöpfe befindlich sind, etwas schmaler gemacht werden, wodurch dann jener vermieden werden wird,

§. 3.
Die Hosen müßen hoch hinauf gehen, und nicht gar zu enge gemacht werden, weil sie sonst nie gut sitzen können, und dem Soldaten im Marschiren und Niederfallen hinderlich sind. Die Lätze müßen ganz breit seyn, und die hintertheile schmaler geschnitten werden, damit die äußere Naht sich nicht vorwärts nach dem Knie herumschiebe. Es ist gut wenn die Leute sogenannte Hosenträger tragen, weil solches das gute Sitzen der Hosen befördert, und das schädliche Preßen des Unterleibes dadurch vermieden wird.

§. 4.
Die Röcke und Westen, müßen glatt anliegen, ohne zu enge zu seyn, und die Haacken und Oesen an erstern so fest sitzen, daß sie sich nicht gleich herausziehen, weil sonst der Uebelstand erfolgt, daß zwischen den Haacken Oefnungen entstehen.

§. 5.
Die Busenkrausen werden über den obersten Haacken heraus gezogen und müßen von gleicher Form und Größe seyn. Es siehet gut aus, wenn sie die Queer [?] nach, an die Kollerets angenehet und in Falten geleget sind.

§. 6.
Die Halsbinden müßen von der Breite seyn, als wie den Regimentern im Jahr 1799 die Probe gegeben worden ist. Die Bindenstreifgen, müßen nur von der Breite eines Zolles [2,6 cm] seyn, und festgenähet werden weil sie sich sonst durch die Bewegung des Halses verschieben.

§. 7.
Zu dem Verschneiden der Haare sind zwar schon verschiedene Proben gegeben worden. Es wird aber immer noch nicht genug auf die pünctlichste Gleichheit gesehen; daher denn hierdurch bestimmt wird, daß die Haare die in den Zopf gebunden werden sollen, oben auf dem Wirbel des Kopfs nicht zu breit seyn müßen, weil die Gleichheit sonst unmöglich ist, daß die Zöpfe 2 Zoll [5,2 cm] vom Kopf abgebunden werden, 10 Zoll [26,2 cm] lang mit Band bewickelt sind, und die unten heraussehenden Haare 2 Zoll [5,2 cm] lang sind, daß die Zöpfe überall von egaler Dicke seyn müßen, verstehet sich von selbst. Das vom Zopf herunter hängene Band, soll eine Hand breit, und mit 3 Nadeln aufgesteckt seyn. Die Seitenhaare müßen so verschnitten seyn, daß das Ohr ganz frei ist, und sie nach hinten den obern Rand des Rockkragens eben bedecken.

§. 8.
Die Hüthe werden so aufgesetzt, daß die Spitze gegen das linke Auge kommt, und zwischen dem untern Rande des Huthes und der linken Augenbrauen ein Abstand von zwei Queerfingern ist.

§. 9.
Die Grenadier Mützen werden so aufgesetzt, daß sie das rechte Auge etwas mehr, als das linke decken. Die Grenade muß aber über der Mitte des Gesichts sitzen.

§. 10.
Auf die Schönheit und Gleichheit der Bärte bei den Grenadiren wie auch bei den Unteroffiziers und Schützen der Regimenter muß sehr gehalten werden. Sie gehen bis an die Ecken vom Munde aus bis unter die Nase, müßen an den Ecken etwas weniges gebogen seyn, und mit weißem Wachs aufgesetzt werden, damit sie die natürliche Farbe der Haare behalten.
Alle Grenadier und Unteroffiziers und Schützen der Regimenter die in dem Allter sind, Bärte haben zu können, müßen dergleichen tragen.

§. 11.
Die Grenadier sollen Backenbärte tragen die aber nicht weiter hinunter gehen dürfen, als daß sie mit dem untern Rande des Ohrläppchens in gleicher Höhe sind.

§. 12.
Die Säbelgehenke müßen gut umgemachet werden, und keine alten Köcher von der Schnalle darinn sichtbar seyn, auch ist dahin zu sehen, daß die Säbel gleich hoch sitzen, und dem Soldaten weder im Gewehr tragen, noch im Marschiren hinderlich sind. Wie die Säbel angemachet werden sollen, ist überal gezeiget worden.

§. 13.
Die Patron-Taschen werden mit dem obern Rande des Kastens in gleicher Höhe mit den Knöpfen der Taille getragen. Es muß auch dahin gesehen werden, daß sie jederzeit am Säbel-Gehenke befestiget sind.
Ich bin überzeigt, daß die Hochlöblichen Regimenter und Bataillons stets darinn wetteifern werden, es sich einander in der Propretät und in der Gleichheit des Anzuges zuvor zu thun.
Hierzu führt am sichersten, wenn mit Ernst darauf gehalten wird, daß die Leute auch außer dem Dienst sich stets reinlich halten.

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© Napoleon Online - Letzte Aktualisierung am 23.10.2022
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