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Preußische Infanterieausrüstung von 1806

 

Patronentasche

Sehr große schwarzlederne Patronentasche an etwa 10 bis 12 cm breitem, weißem Lederbandolier. Dieses Lederbandolier wurde hinten, unterhalb der linken Schulter mittels des in Regimentsfarbe gehaltenen "Dragoners" in Position gehalten. Die Lage der Patronentasche war damit über der rechten Hüfte gewährleistet. Das Bandolier wurde auf der Brust vom Tornisterriemen gekreuzt, welcher über dem Patronentaschenbandolier geführt wurde.

Feldausrüstung Preußische Infanterie 1806In der Patronentasche befand sich ein hölzener Kartuschkasten, der insgesamt 30 Patronen in drei 10er Reihen aufnehmen konnte. Durch das große Volumen der Patronentasche konnten unter diesem Kasten nochmals 30 Patronen, eingewickelt in Leinwand, mitgeführt werden, so dass jeder Soldat bis zu 60 Schuß mit sich führte. Der Kartuschkasten schien schon 1806 als nicht praktikabel eingestuft worden zu sein, so dass es den Regimentern zum Kriegsausbruch überlassen blieb, diesen mitzuführen. Von den Regimentern Nr. 15 Garde und Nr. 59 Wartensleben ist überliefert, dass diese Kästen tatsächlich nicht mitgeführt wurden.

Auf dem Patronentaschendeckel ein rundes Messingschild, das je nach Regiment unterschiedliche Größe und unterschiedliche Prägungen aufwies. Meist trug es den Preußischen Adler oder die Initialen des Preußischen Königs, welche beide von verschiedenen Verzierungen umgeben waren. Teilweise hatten die Einheiten noch Schilder mit den Initialen Friedrichs II. (dem Großen), da die Schilder nur bei Abnutzung ausgetauscht werden konnten. Eine Darstellung der unterschiedlichen Schilder findet sich hier. Auf der Innenseite des Patronentaschendeckels war ein Leinwandsäckchen zur Aufnahme der Ersatzfeuersteine, des Krätzers sowie weiterer Werkzeuge angebracht.

Die Gardeeinheiten hatten besondere Auszeichnungen auf den Patronentaschendeckeln, und zwar

  • Grenadier-Garde-Bataillon Nr. 6 : in jeder Ecke eine Granate bzw. "Flamme"; alle Beschläge aus Tombak ("Goldmessing", d.h. Messing mit mehr als 70% Kupferanteil)
  • Regiment Garde Nr. 15 : bei den Grenadieren in den Ecken Granaten bzw. "Flammen", alle anderen Soldaten kleine Medaillons; alle Beschläge waren versilbert

Diese Granaten waren ursprünglich auch auf den Patronentaschendeckeln der Grenadiere angebracht, wurden jedoch im Jahr 1788 für diese verboten. Einzig die Garde behielt also diese besondere Auszeichnung.

Die 3. Musketierbataillone hatten kein Messingschild auf den Patrontentaschen.

Tornister und Brotbeutel

Sowohl Tornister wie Brotbeutel waren Bestandteil der Feldausrüstung, nur der Tornister konnte in Friedenszeiten nur in Ausnahmefällen getragen werden.

Kleiner Tornister aus Kalbfell, der auf der linken Seite, über dem Kurzsäbel hängend, getragen wurde. Etwa 3 bis 4 Zentimeter breiter Trageriemen aus weiß lackiertem Leder, der über die rechte Schulter geführt wurde. Der Tornister war unten etwas breiter als oben und wurde mit zwei schmalen, weiß lackierten Lederriemen verschlossen. Am Trageriemen wurden hinten drei bis vier Zeltpflöcke sowie das Zeltbeil festgebungen - siehe Abbildung oben.

Es wurde beim Tragen darauf geachtet, dass der Tornister nicht zu niedrig am Manne saß, sondern deutlich über der linken Hüfte hing.

Der Brotbeutel war aus grauer Leinwand gefertigt und wurde auf der linken Seite über dem Kurzsäbel getragen, jedoch deutlich tiefer als der Tornister - siehe Abbildung oben. Als Befestigung diente entweder ein weiß lackierter Lederriemen oder ein Band aus grauem Leinen, das über die rechte Schulter geführt wurde. Im Brotbeutel sollte der Soldat Lebensmittel für bis zu 3 Tage mitführen.

Leibkoppel

Etwa 5 cm breites Leibkoppel aus weiß lackiertem Leder, das unter dem Rock, jedoch über der Weste getragen wurde. An der linken Seite sind zwei 6 bis 8 cm breite Lederstreifen angebracht, die eine Schlaufe bilden, in die der Kurzsäbel eingelegt wurde. Die Neigung war so vorgegeben, dass der Säbel etwa in einem Winkel von 30 Grad nach hinten getragen wurde. Über dieser Schlaufe war am Leibkoppel eine kleine Öse zur Aufnahme der Bajonettscheide angebracht.

Viereckiges Messingschloß.

Die Trageweise des Leibkoppels über dem Rock sollte mit Einführung des neuen Rockmodells im Sommer 1806 einher gehen. Da dieses neue Muster jedoch nur in sehr geringer Anzahl, und nur an wenige Einheiten ausgeliefert wurde, ist diesem Befehl im Allgemeinen nicht nachgekommen worden.

Leibkoppel der Preußischen Infanterie 1806

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© Napoleon Online - Letzte Aktualisierung am 07.08.2011
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