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admin Administrator und Webmaster

Anmeldedatum: 26.02.2004 Beiträge: 960 Wohnort: Mannheim
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Verfasst am: Fr, 14. Juli 2006 14:47 Beitrag speichern Titel: Französisches Kriegsziel Rhein bzw. linksrheinische Gebiete |
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Im aktuellen ZEIT-Geschichte-Heft (siehe hier: http://www.napoleon-online.de/phpBB2/viewtopic.php?t=1210), genauer im hervorragenden Essay von Volker Ullrich über das Verhältnis von Napoleon und den Deutschen, wird die Verschärfung des "Nationenkonflikts" durch den erneuten Anspruch Frankreichs auf die linksrheinischen Gebiete um 1840 ("Rheinkrise") benannt.
Nun meine Frage: wann wurde dieses Kriegsziel erstmals in der französischen Militärgeschichte festgeschrieben? Ich glaube, dass dies schon eine Maxime der Revolutionsgeneräle bzw. der staatlichen Exekutive (Direktorium?) war - oder ist es noch älter und stammt aus der Zeit des großen Expansionisten Ludwig XIV.? Kennt Ihr vielleicht sogar eine Originalquelle mit entsprechendem Text?
Markus Stein |
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Mephisto Chef de Bataillon


Anmeldedatum: 12.07.2005 Beiträge: 1030 Wohnort: Bremen
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Verfasst am: Fr, 14. Juli 2006 15:20 Beitrag speichern Titel: |
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Ich denke, das Kriegsziel existierte bereits vor Ludwig XIV.
zBsp. im Dreißigjährigen Krieg
Aus Wikipedia / Elsaß:
| Zitat: | 1639 eroberten französische Truppen das Elsass.
Sie kamen damit den spanischen Habsburgern zuvor, die auch an dem Land interessiert waren,
da sie einen direkten Zugang zu den Niederlanden wünschten.
Die Angriffe Frankreichs gegen das alte Deutsche Reich, während
des Abwehrkampfes des deutschen Kaisers gegen den türkischen Vormarsch bis Österreich,
verursachte die jahrhundertelange Deutsch-Französische Erbfeindschaft. |
_________________ Gruss
Mephisto
"Zum Sehen geboren, // Zum Schauen bestellt." |
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Laquay André Sergent-Major

Anmeldedatum: 28.02.2006 Beiträge: 197 Wohnort: Freiburg
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Verfasst am: Mo, 17. Juli 2006 8:47 Beitrag speichern Titel: |
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Das ist nur die halbe Wahrheit. Eigentlich waren die Habsburger ja Schweizer oder Elsässer Ihre Stammlande wurden ja erst im 13.Jh. um die österreichischen Gebiete vom ersten habsburgischen König ergänzt. Dennoch existierten weiterhin nicht geringe Besitzungen um Freiburg herum und auch linksrheinisch. Ich denke allerdings, dass eine zielstrebige Verlegung der Westgrenze eher erst unter Louis XIV. erfolgte. Louis XIII. war noch viel zu sehr mit dem ewigen Abwehrkampf gegen spanische Habsburger (Philipp IV.) u. österreichische Habsburger interessiert. Die Réunion war eine Bestrebung Louis XIV..
Das Direktorium nahm dankbar die alten Ziele eines Tyrannen auf.
In dem Zusammenhang mit dem Zugang zu den Niederlanden ist auch die Unterstützung von katholischen Aufständen in der Schweiz während des 30-jährigen und die Bemühung um die Kassierung der Pfalz zu sehen. _________________ Votre très humble et très obèissant Serviteur |
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wufi Soldat


Anmeldedatum: 04.09.2006 Beiträge: 25
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Verfasst am: Di, 12. September 2006 16:14 Beitrag speichern Titel: |
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Ich kann Laquay nur zustimmen. Seit Franz I. war der erste Punkt der Franz. Aussenpolitik, das Sprengen der Habsburgischen Umklammerung, diese Doktrin hielt bis 1756 (Obwohl mit den Frieden von 1714 die Umklammerung beseitigt war)!! Richelieu und Mazarin präzisierten diese Politik mit dem Versuch das Vorfeld gegen das Reich unter ihre Kontrolle zu bringen und mit rechtsrheinischen Stützpunkten die Habsburger ebenfalls zu bedrohen. Erst unter Louis XIV. wird zum ersten Mal die Idee der Rheingrenze offizielle Linie.
Mit der Verbrüderung der Bourbonen und der Habsburger, endet diese Politik offiziell, und beginnt erst mit der Republik wieder.
Louis XIV., wie auch das Direktorium haben gemeinsam, dass sie mit dem alten (Mittelalter bzw. Ancien régime) brechen wollten und eine neue „natürliche“, nicht von der alten Politik vorgegebene Grenze zwischen den beiden grossen Blöcken suchten.
Es bleibt erstens noch anzumerken, dass die Grafschaft Flandern tatsächlich ursprünglich zu Frankreich gehörte (843-1526), und somit die Reunionpolitik Louis XIV. nicht ganz so stark aus den Fingern gesogen war.
Zweitens wurde die Idee der Arrondierung des Staatsgebietes in Richtung Rhein und Holland nochmals von Napoleon III. aufgenommen, erfolglos wie wir wissen.
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wufi Soldat


Anmeldedatum: 04.09.2006 Beiträge: 25
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Verfasst am: Mi, 13. September 2006 19:13 Beitrag speichern Titel: |
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Muss mich korrigieren:
Schon Richelieu (+1642) hat die Wiederherstellung der "natürlichen Grenzen Galliens" (Pyrenäen und Rhein) als Politisches Programm präsentiert.
Aber er hat dies als kontinuierliches, langfristiges Programm gesehen. Nicht zu vergleichen mit Louis XIV. aggressiver Politik.  |
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