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Georgina
Di, 6. Juli 2004 15:49

Ja, aber eigentlich sind das Selbstverständlichkeiten
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Wenn  man die positiven Seiten einer einer Institution hervorhebt  kann man selbstverständlich immer dazu ein Schwarzbuch erstellen. Das gilt ganz besonders für Staat und Kirche. Die Ideale jeder Zeit beinhalten auch die Abweichungen davon in der Realität, ein gewisses Maß an doppelter Moral ist immer vorhanden, aber besser doppelt als gar keine. Geltende Normen werden immer auch gleichzeitig verletzt, da gibt es eine Sentenz die sinngemäß lautet, daß die Heuchelei  der Beifall ist, den das Böse gegen seinem Willen dem Guten zollt. Bitte mir irgendjemanden und irgendetwas zu nennen, das auf die Dauer seinen eigenen Ansprüchen gerecht wird. Soll ich denn die Menschenrechte gering schätzen, nur weil ich JEDEM Staat der sie offiziell hochhält  ihre Verletzungen nachweisen kann.?  Der Maßstab für Kriegsverbrechen hat sich natürlich im Lauf der Geschichte geändert. Die  berühmte "clelementia Caesaris" z.B.würde man heute als bluttriefendes Gemetzel bezeichnen. Verschiedene Maßstäbe für Politik und Privatleben sind zwar sicher ungerecht, aber meines Erachtens zweckmäßig, das Gegenteil wäre destabilisierend für jede Gesellschaft. Es ist und war nun einmal  nicht dasselbe ob man in einem regulären Gefecht, als Henker auf dem Schaffott oder als Raubmörder im Wald tötet. Verbrechen oder nicht ist ein gesellschaftliche Übereinkunft und besonders was das Töten betrifft, machen nicht  einmal die 10 Gebote eine Ausnahme.(Krieg und Todesstrafe ist in dem Gebot " Du sollst nicht töten" keineswegs untersagt, es besagt im Grund:" Du sollst nicht widerrechtlich töten".)
Gefallen tut mir das auch nicht und gewisse Aspekte der Vergangenheit  möchte ich lieber nicht persönlich erleben. Die Zukunft besser zu gestalten bleibt uns unbenommen, der besserwisserische Rückblick leider auch.
Um zum Anfang zurückzukehren: Preussen als politisches Vorbild ist tot. (und der Bonapartismus sowieso)
Seine Ideale waren das, was Ideale immer sind  nämlich durch die Realität kontaminiert (aber das spricht nur gegen ihre Umsetzung in der  Realität und nicht gegen die Ideale selbst). Geschichte IST harte Vergangenheit , aber nie eindimensional und mein seriöses Geschichtsbewußtsein ist durch die Gegenwart geprägt, die bunte Märchenwelt ist ein Refugium der Phantasie. Reiner Eskapismus, wenn man so will.
PS Napoleon war sein eigener Propgandist, das ist bekannt.
     Aber wer machte die Propaganda für Preussen, etwa der Freiherr von Stein?
Und wer realisiert endlich einmal das schwarze Märchen genausoviel oder sowenig mit der Realität zu tun haben wie die bunten?
