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Uniformkunde

Titel

    Die Elberfelder Bilderhandschrift

Autoren

    Peter Schuchhardt

Verlag, Umfang

    VS-Books, Herne - 280 S. - ISBN 3-932077-17-2

Rezension

    Mit dem vorliegenden Buch liegt erstmals in gedruckter Form eine der wichtigsten Bilderserien für die Zeit der Befreiungskriege 1813-1815 vor. Manch einem Uniformkundler dürften sowohl die Textbeschreibungen als auch die späteren Adaptionen der Elberfelder BH in den Tafeln des Richard Knötel bekannt sein - doch ein Blick auf das Original blieb meist verborgen.
    Es ist daher dem Autor, der durch die Herausgabe einer eigenen Tafelserie schon einen hohen Bekanntheitsgrad in der uniformkundlichen Szene erlangt hat, sowie dem Verlag zu danken, dass diese sehr schöne und wichtige Primärquelle dem breiten Publikum vorgelegt wird.
    Die Elberfelder BH stellt die wichtigste Quelle für die Alliierten Streitkräfte der Zeit von 1813 bis 1818 dar und bietet daher ein schönes Pendant zu den anderen beiden großen Bildquellen dieser Zeitepoche - der Freiberger Bilderhandschrift sowie dem sog. “Camp de Dresde”, die beide eher die französische Seite beleuchten.
    Das Besondere am vorliegenden Werk ist nicht nur die komplette farbige Wiedergabe der 235 Typen aus Anhalt, Berg, Braunschweig, Dänemark, Frankreich, Hannover, den Hansestädten, Hessen-Darmstadt, Kurhessen, Mecklenburg, Neapel, Oldenburg, Österreich, Preußen, Russland, Sachsen, Sachsen-Weimar, Schweden und Westfalen in einem hervorragenden Druck. Dieser einzigartigen Bildquelle ist ein zeitgenössisches, parallel zur Bilderhandschrift entstandenes Textwerk beigestellt, nämlich das Tagebuch des Johann Carl Hackenberg.
    Elberfeld (heute Teil von Wuppertal) lag zur damaligen Zeit an einer Hauptstraße der West-Ost-Verbindung von Frankreich nach Norddeutschland und wurde daher von zahlreichen Truppen fast täglich durchquert. Das komplett abgedruckte Tagebuch zeigt auf eindrucksvolle Art und Weise die Vielfalt an Truppendurchmärschen und -einquartierungen. Peter Schuchhardt gelingt es, durch die direkte Verknüpfung mit der Elberfelder Bilderhandschrift, die im Tagebuch beschriebenen Truppen zu illustrieren.
    Bilderhandschrift und Tagebuch werden noch ergänzt durch Veröffentlichung der ebenfalls zur damaligen Zeit entstandenen Bilder des Peter Schulten, die durch die Darstellung größerer, militärischer Gruppen bestechen.
    Abgerundet wird das rundum empfehlenswerte Buch durch zwei sehr hilfreiche Register: eines listet in chronologischer Abfolge alle die Stadt Elberfeld passierenden Einheiten, eines listet alle Einheiten nach Nation und Truppengattung auf.
    Mit dem Werk liegt dem ambitionierten Sammler und Uniformkundler ein Hilfsmittel zur Verfügung, quellenkritische Studien sowohl hinsichtlich der Uniformierung, aber auch der Truppengeschichte durchzuführen.

Rezensent

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    € 42
    Das Buch kann über die einschlägigen Fachhändler bezogen werden - weitere Hinweise über die Seite des Verlages
    VS-Books oder über die Internet-Seite von Peter Schuchhardt Compagnie d’Elite

Titel

    Napoleon’s Balkan Troops

Autoren

    Vladimir Brnardic / Darko Pavlovic

Verlag, Umfang

    Osprey Publishing, Men-at-Arms Nr. 410 - 48 S. - ISBN 1-84176-700-X

Rezension

    Mit diesem Band aus der berühmten Osprey Men-at-Arms-Reihe werden Truppen dargestellt, die vielen (Zinn-) Figurensammlern und engagierteren Uniformkundlern nicht so präsent sein dürften. Es dreht sich hier alles um die “illyrischen” und kroatischen Fremdtruppen, die auf Seiten Napoleons v.a. gegen die Österreicher gekämpft haben.
    Mit der Wegnahme der österreichischen Besitzungen im Gebiete des heutigen Slowenien und Kroatien in den Jahren 1805 und 1809 gingen Rekrutierungsgebiete der berühmten “Militärgrenze” an Frankreich. Diese “Militärgrenze” stellte die wehrhafte Absicherung gegen das Osmanische Reich sicher und wurde von lokal ausgehobenen Grenztruppen bewacht. Mit Übernahme der Bezirke wurden auch die Grenzregimenter direkt als Fremdtruppen in die napoleonische Armee übernommen - anfangs unter Beibehaltung der österreichischen Uniformschnitte. Diese Erben der alten Grenzregimenter wurden in den folgenden Kriegen nicht eingesetzt, jedoch die neu ausgehobenen “kroatischen Regimenter”. Diese zogen mit der Großen Armee nach Russland, machten - meist in Festungen - auch den Krieg 1813 in Deutschland mit, einige kroatische Truppen gingen sogar 1814 nach Frankreich.
    Mit dem vorliegenden Osprey-Band liegt eine fundierte und gut recherchierte Grundlage vor, sich diesen kuriosen Truppen zu widmen. Neben den bekannten 8 ganzseitigen Farbtafeln finden sich im Text zahlreiche unbekannte Zeichnungen sowie Photos von Originalstücken. Aufgrund der sehr seltenen Verfügbarkeit der wenigen Grundlagenwerke zu den illyrischen Truppen Napoleons - wie z.B. die beiden Werke von Boppe - bildet dieses Büchlein eine ausreichende Grundlage für deren uniformkundliche Bearbeitung. Zu jedem Regiment findet sich neben Beschreibung von Uniform und Ausrüstung auch kurze Hinweise auf den Einsatz bzw. die Verwendung der Einheit.

Rezensent

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